13-Jähriger wird in Essen von der U-Bahn mitgerissen und dabei schwer verletzt

Essener U-Bahn der Lienie U11 steht nach einem Unfall in der Haltestelle - Bild: © KDF-TV & Picture/dpa

Der schwer verletzte Schüler (13), der in Essen-Altenessen von der U-Bahn mitgerissen wurde, schwebt auch am Freitag Vormittag noch immer in Lebensgefahr.

Der Schüler wurde am Donnerstag von der U-Bahn (U11) zwischen 150 – 200 Meter mitgeschliffen da sich seine Hand in der Einstiegstür verfangen hatte. Bei dem Unfall zog sich er schwerste Kopfverletzungen zu. Rettungskräfte verbrachten den Jungen ins Universitätsklinikum nach Essen.

Eine Kopfoperation soll der 13-jährige Junge bereits überstanden haben aber es seien noch weitere medizinische Eingriffe notwendig.

Warum öffnete sich die Tür nicht gleich wieder wenn sich ein Hindernis im Schließbereich befindet?

Ruhrbahn-Sprecher Nils Hoffmann erklärt das schwere Unglück wie folgt: Dazu muss man wissen das die Bahn nur in den ersten acht (!) Sekunden nach der Abfahrt durch die Notbremsanlage gestoppt werden kann. Während dieser Zeit hat auch der Fahrer keinerlei Einfluss auf ein Bremsmanöver der Bahn. Erst wenn die acht (!) Sekunden verstrichen sind bekommt der Fahrer ein Notsignal, was bedeutet er muss daraufhin den nächsten Bahnhof anfahren – Aus Sicherheitsgründen. Das hat u.a. den Grund das man beispielsweise die notwendige Evakuierung einer U-Bahn nur an Bahnhöfen sicher vollziehen könnte.

Notsignal wurde erst 21 Sekunden nach der Abfahrt beim Fahrer signalisiert

Den Fahrer trifft keine Schuld an dem Unglück da das Notsignal erst 21 Sekunden nach der Abfahrt bei ihm signalisiert wurde. Eine Ruhrbahn-Sprecherin erklärte dazu am Freitag folgendes:

„Das Not-Signal bei der Unglücksfahrt ging 21 Sekunden nach der Abfahrt bei dem Fahrer ein, die Bahn war zu diesem Zeitpunkt schon im Tunnel der nächsten Haltestelle. Entsprechend habe der Fahrer korrekt gehandelt.“

Silvia Neumann – Ruhrbahn Sprecherin

Unmittelbar nach dem Unglück haben u.a. Polizeibeamte die Tür in Augenschein genommen und mehrfach auf ihre Funktionalität getestet. Die Tür hatte sich zuvor nicht wieder geöffnet obwohl die Hand des Jungen (13) offenbar in den Schließlippen eingeklemmt war.

Wir haben mehrfach die Tür mit einfachem Stoff getestet, dann auch mit den Armen. Die Tür ist nach jetzigem Stand nicht defekt, wir haben keinerlei Hinweise auf eine Störung.

Nils Hoffmann – Ruhrbahn Sprecher

Was war zuvor geschehen?

Der 13-Jährige wollte am Donnerstagmorgen noch schnell in die U-Bahn der Linie U11 in Essen-Altenessen einsteigen als sich die Tür plötzlich schließt und er sich die Hand einklemmt. Der Schüler konnte seine Hand nicht selbst befreien – die Tür öffnete sich nicht wieder – die Bahn fuhr los und reisst den Jungen ca. 200 Meter mit, bis er dann irgendwie von der Tür loskam.

Polizei und Rettungskräfte haben den Jungen schwer verletzt geborgen und mit einem Helikopter ins Uniklinikum nach Essen geflogen. Dort geben die Ärzte ihr Bestes und kämpfen um das Leben des Jungen.

Das ganze traurige Unglück ist auf einem Video der Bahn dokumentiert worden. Die U-Bahnen sowie die Bahnhöfe sind alle videoüberwacht.

Fahrer der Bahn hat 38 Jahre Berufserfahrung

„Der Fahrer der Bahn ist 62 Jahre alt und seit 38 Jahren im Dienst. Er ist sehr erfahren. Im Rückspiegel habe der Fahrer nichts sehen können, zwischen Fahrer und der letzten Tür sind 60 Meter Distanz.“

„Die Bahn stammt aus dem Jahr 1986 und wurde 1994 von der Ruhrbahn gekauft und umgebaut worden. Die Wagen werden alle drei Wochen überprüft, der letzte Check liegt exakt fünf Tage zurück.“

Nils Hoffmann – Ruhrbahn Sprecher

Das sagte der Ruhrbahn-Sprecher zum Bahnunfall in Essen.

Polizei sucht nach weiteren Zeugen des Unglück

Die Polizei sucht nach weiteren Zeugen die das Unglück unmittelbar mitbekommen haben. Vor allem beschäftigt eine Frage die Ermittler: Warum bekam der Junge seine Hand nicht alleine aus der Tür heraus und warum die Tür nicht – wie im Normalfall – von selbst öffnete?

Zeugen werden gebeten, sich telefonisch bei der Polizei Essen unter 0201 – 8290 zu melden.

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