Mordfall Peggy: Anwältin von Ulvi K. verklagt den Sachverständigen

Ulvi Kulac
Dieser Eintrag ist Teil 4 von 4 der Serie: Der Fall Peggy

Zu Unrecht verurteilter Ulfi Kulac soll hohen Schadensersatz bekommen.

Zehn lange Jahre hat man den heute 41-jährigen, geistig behinderten, Ulvi Kulac als den Mörder von Peggy Knobloch gehalten. Aber, der Mann wurde zu Unrecht vom Landgericht Hof in dem Indizienprozess zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt … bis es im April 2014 zum Wiederaufnahmeverfahren kommt.

Was war geschehen?
Die damals 9-jährige Peggy Knobloch verschwand am 07. Mai 2001 aus dem oberfränkischen Lichtenberg. Erst fünfzehn Jahre später, im Juli 2016 fand man ihre sterblichen Überreste in einem Waldstück in Thüringen.

In dem Wiederaufnahmeverfahren wurde dann, nach 10 Jahren, Recht gesprochen und Ulvi Kulac wurde im Prozess freigesprochen.

Jetzt hat Ulvi Kulac’s Rechtsanwältin Hanna Henning, nach eigener Aussage, beim Landgericht Berlin Klage gegen einen damals beauftragten Sachverständigen eingereicht.

„Ein Gutachten des forensischen Psychiaters aus Berlin hatte maßgeblich zur Verurteilung des heute 41-Jährigen geistig Behinderten geführt. Es werde nach der jahrelangen Unterbringung in einer Psychiatrie mindestens 350.000 Euro Schadenersatz gefordert.“

Rechtsanwältin Hanna Henning

Weiterhin sagte die Rechtsanwältin ihr Mandant sei, aufgrund der geistigen Behinderung, leicht manipulierbar. Beamte der Kriminalpolizei hätten Ulvi K. damal dazu gedrängt ein falsches Geständnis abzulegen. Das habe der Berliner Sachverständige in seinem Gutachten bewusst verschwiegen.

Der Ermittlungsstand heute:

Wie die damals 9-jährige Peggy K. aus Lichtenberg / Oberfranken zu Tode kam ist bis heute nicht aufgeklärt worden. Im September 2018 legte der 41-jährige Manuel S. ein Teilgeständnis an, hatte es später aber widerrufen weil er sich in den Vernehmungen unter Druck gesetzt fühlte und man ihm nicht die Möglichkeit eingeräumt habe einen Verteidiger beizuholen.

Sein Rechtsanwalt legte Haftbeschwerde ein, Ende Dezember wurde der Tatverdächtige aus der Untersuchungshaft entlassen.

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